Jüngsten Gerüchten zufolge - also laut Techcrunch: will Google die lokale Bewertungsplattform Yelp kaufen. Es wird von einer Summe um die 500 Millionen US-Dollar gesprochen. Für Jeremy Stoppelman – einen der beiden Gründer – wäre es nach Paypal schon der zweite Exit. Mit Sicherheit würde er nicht lange ein Googler bleiben oder gar erst Einer werden.

Das hat zwar erstmal keine großartige Bedeutung für die lokalen Dienstleister in Deutschland, da Yelp als US-basiertes Unternehmen noch keine deutschen Daten anzeigt. Die Strategie aber, die der Suchmaschinenriese in puncto lokaler Auskunftsdienste und Verzeichnisse anstrebt kann man deutlich erkennnen. Mit ein bisschen taktischem Geschick kann man die neuesten Ereignisse, Features und Käufe rundum Google zu einer großen Strategie kombinieren. Ich versuche die Geschehnisse in den deutschen Markt zu transferieren und die nächsten Schritte Googles vorauszusehen:-D

Weil Qype (Name = Quality+Hype) das deutsche Yelp ist, komme ich jetzt zu folgender Vermutung: Google wird demnächst auch Qype kaufen und damit den lokalen Auskunftsverzeichnissen schneller die Butter vom Brot nehmen als sie “Das Örtliche” sagen können. Als cleverer Business Developer hat sich bestimmt schon der eine oder andere mit Stephen Taylor getroffen, um sich evtl. an Qype zu beteiligen. Meines Wissens nach backen alle lokalen Auskunftsverzeichnisse an eigenen Bewertungslösungen, immer mit der Angst im Nacken, dass eine schlachte Bewertung, den Kunden der für eine Positionierung zahlt vergraulen könnte.

Ein Schelm wer Böses dabei denkt, weil Google Qype insgeheim ja schon akquiriert hat, schließlich zeigt die Suchmaschine mit Vorliebe Bewertungen von Qype an .Die lokalen Auskunftsdienste sollten also schneller aus den Schuhen als gewöhnlich – zum Beispiel beim Thema Bewertungen – schließlich ist das Google Hauptquartier in Hamburg nur schlappe 10 Gehminuten vom Qype Büro entfernt.

Einen ersten Anfang sah man bereits in den Anstrengungen einer Kooperation von Google mit den Gelben Seiten. Nach meinen Analysen und hier kann mich natürlich jeder verbessern der bessere Fakten herausgefunden hat, nützt diese Koop lediglich Google etwas. Sie haben wieder mehr aktuelle Daten inkl. Geo-Locations und die Gelben Seiten haben eine Erwähnung am Seitenende der Maps.

Außerdem würde dann auch ein Kauf der Street-View Bilderdaten wie z.B. von der Stadt Ratingen angestrebt durchaus richtig Sinn machen, wenn man 1 und 1 zusammen zählt. Die paar Euro an Lizenzgebühren kriegt Google über lokale Werbung doppelt so schnell wieder rein – gut vielleicht nicht unbedingt in Ratingen:-) Der lokale Markt ist ein Riesengeschäft, das auch in den nächsten Jahren trotz Globalisierung und verstärkter Internetnutzung eher zunehmen wird. Aber gerade die Verbindung zwischen Netzwelt und Realität fehlt bei den meisten Websites, Diensten und Unternehmen noch größtenteils. Google ist daran interessiert und mit Sicherheit auch ein Player, der diese Entwicklung aufgrund einfachster Usability und Synchronisationsmechanismen relativ schnell in den Markt drücken kann (realistisch gesehen: spätestens 2012). Somit wird die Verbindung der verschiedenen Google Services eine lokale Killer-App und das noch nicht mal auf dem iPhone – den konnte ich mir nicht verkneifen.

Aber auf was ich eigentlich hinaus will: Google Business Pages werden mit QR-Codes für Schaufenster beliefert und somit wird eine Verbindung zwischen Online und Offlinewelt geschaffen die Sinn macht. In Kombination mit dem Nexus One und weiteren Google Smartphones wird sich der lokale Markt in den nächsten Jahren sehr stark ins mobile Internet verlagern.

Genau da passt der Kauf Admob durch Google hervorragend ins Portfolio: Admob wird Lieferant für die lokalen Werbeanzeigen auf allen Plattformen der mobilen Endgeräte.

Bleibt einzig und allein die Fragen: Welcher deutsche Dienstleister wird Qype kaufen um Google die Stirn zu bieten?

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